Pater Dr. Manfred Entrich hat auf der Seelsorgekonferenz am 17. Mai 2005 ein vielbeachtetes Referat zu den Veränderungsprozessen in Seelsorge und Pastoral gehalten. Nicht um Methoden der Krisenbewältigung ging es ihm, sondern um Haltungen des Glaubens in Krisenzeiten, Wir veröffentlichen seinen Vortrag in einer sehr stark gekürzten Fassung. Der vollständige Beitrag ist demnächst in einer Veröffentlichung von Pater Manfred Entrich nachzulesen. Der Text liegt bereits jetzt im Dezernat II – Seelsorge zur Einsicht bereit.

Volk Gottes unterwegs

Eine Vergewisserung in Krisenzeiten

Volk Gottes unterwegs ... war nicht nur ein theologischer Topos in der Nachzeit des II. Vatikanischen Konzils, sondern brachte sprachlich zum Ausdruck, was an Reflexionen, Erwartungen und Empfindungen nicht wenige in der Kirche bewegte. 40 Jahre sind seit Abschluss des Konzils vergangen und die Entwicklung verlief keinesfalls glatt und ohne Bruch. Es waren und sind Jahre tief greifender Veränderungen in Gesellschaft und Kirche, die wir erleben. Tief greifende Veränderungen beeinflussen und verunsichern. Die Gründe sind manchmal zu schnell ausschließlich in den Ökonomie- und Personalressourcen benannt, weil diese nicht mehr im gewohntem Umfang zur Verfügung stehen. Die Folgen aber sind deutlich erkennbar: Seelsorge und Pastoral verlangen nach einer tief greifenden Umorientierung und -Organisation. Man gewinnt den Eindruck, dass die organisatorische Gestalt der Kirche in eine Fliessbewe-gung geraten ist, so dass Nichts mehr fest und stabil scheint - alles und jedes muss jetzt auf den Prüfstand. Dies bedeutet eben. Nichts ist mehr wie es war. Dabei werden Leitorientierungen in einem zum Teil atemberaubenden Tempo der sich vollziehenden Veränderungen dringend notwendig. Durchaus besteht die berechtigte Sorge, dass die Pfarreien, Verbände und verschiedenen Gruppierungen in der Kirche Gefahr laufen, seelsorgliche Schwerpunkte durch ökonomische Rahmen-bedingungen definiert zu bekommen. Anders ausgedrückt: Manchmal scheint es, dass die in der Pastoral Tätigen die Leidtragenden sind in den unbezweifelbar notwendigen Umstrukturierungen, die im Kern ja nichts anderes zum Ziel haben, als die Realitäten und die Visionen in ein verträgliches Spannungsver-hältnis zu bringen. Ökonomie und Spiritualität müssen keine feindlich gesinnten Geschwister sein! (...)

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Buch: Graffiti der Hoffnung (Literaturliste)
Neuorientierung ist angesagt, in der Gesellschaft und somit auch in der kirche. Der Autor hat sich entschlossen, einige fragmentarische Nachdenklichkeiten oder Graffiti, wie er es nennt, in die Diskussion über Kontinuität und Aufbruch in der Pastoral einzubringen.