Aufsatz von Prof. Dr. Herbert Schlögel, Uni Regensburg
Lehrstuhl für Moraltheologie

Philosophischer Hintergrund

Erschienen in: rhs 5/2003 - Religionsunterricht an höheren Schulen
(z.Thema "Strapazierte Menschenwürde" - Bedeutung und Problematik eines zentralen Begriffs in der biopolitischen Auseinandersetzung)

Die Debatte in der Bioethik um die Menschenwürde - hier konkret in der Auseinandersetzung, ab wann dem menschlichen Embryo Menschenwürde zukomme und er deshalb zu schützen sei - fordert noch einmal dazu heraus, den philosophischen Hintergrund des Menschenwürdebegriffs zu beleuchten. Dabei kann es selbstverständlich nicht darum gehen, die Breite des Begriffs von der antiken Philosophie über Cicero, Renaissance und Aufklärung darzustellen.
Für unseren Zusammenhang ist besonders die Definition von Immanuel Kant wichtig, wie er sie in seiner »Grundlegung zur Metaphysik der Sitten« (1785) entwickelt hat. Kant unterscheidet im Bereich menschlicher Zwecksetzungen zwischen dem, was einen Preis, und dem, was eine Würde hat: »Was einen Preis hat, an dessen Stelle kann auch etwas anderes als Äquivalent gesetzt werden; was dagegen über allen Preis erhaben ist, mithin kein Äquivalent verstattet, das hat eine Würde“. Für Kant ergibt sich daraus:
»Handle so, dass du die Menschheit sowohl in deiner Person als in der Person eines jeden Anderen, jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst«.

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Prof. Dr. Herbert Schlögel OP