Liturgie als Zeichendienst am Heiligen (...)

Krise der Liturgie als Glaubenskrise

Die heutige Krise der Liturgie erweist sich von daher zutiefst als eine Krise des Glaubens. Dies ist die Kehrseite jener in der kirchlichen Tradition aufbewahrten Weisheit, dass das Gesetz des Betens auch das Gesetz des Glaubens ist: «Lex orandi — lex credendi».In dieser Weisheit ist die elementare Glaubensüberzeugung der Kirche verdichtet, dass sie nirgendwo so sehr in ihrem Element ist wie im Gebet der Glaubenden und in der Liturgie der kirchlichen Glaubensgemeinschaft. Die Liturgie erweist sich genauerhin als Ernstfall des christlichen Glaubens und kirchlichen Lebens. Denn die Liturgie baut nicht nur Kirche auf, sondern erhält sie auch am Leben. Und weil sich die Liturgie in der Kirche sichtbar ereignet, verwirklicht sich die Kirche vor allem anderen im Vollzug der Liturgie, vor allem der Eucharistie als des "Nerven- und Lebenszentrums einer jeden kirchlichen Gemeinschaft": «Alles Tun der Kirche geht vom Altar aus und kehrt - möglichst um neu dazu gewonnene Brüder und Schwestern bereichert - zum Altar zurück.»

(Gesamter Text als Download, PDF 61 KB)